Chopperbike Projekt |
| Veröffentlicht von aXXIs262 (aXXIsadmin) am Aug 01 2009 |

Das Projekt.
Wie alles begann...
keine Ahnung, ich wollte mir schon seit langem einen Fahrradrahmen bauen. Nach einiger Zeit hatte ich dann die Idee zu einem Chopper...
Die Materialfrage...
Welches Material eignet sich für ein Fahrrad ?
Es gibt tausende Materialien die sich eignen für einen Rahmen zu bauen, von hochwertigen Materialien wie Aluminium, Carbon oder Edelstahl. Ich habe mich für die billige Alternative entschieden, Baustahl, der ist billig und leicht zu bekommen, allerdings ist er sehr schwer und nicht so steif wie chrommolybdänstahl, der für den Rahmenbau im Motorradbereich verwendet wird. Baustahl ist nicht gerade ein gängiges Material für den Fahrradbau, aber mir erschien es als vollkommen ausreichend...
Der Plan...
Der Plan entstand in einem CAD Programm, ich habe viele Teile die ich verwenden wollte vermessen (Radgröße, Achsbreite, Sitzposition etc.) dann kam noch eine gehörige Portion OCC (American chopper) auf DMAX hinzu und fertig war der Plan. ES wird ein Chopper, das stand nun endgültig fest...
Der Plan aus der CAD Software... Ich muss schon sagen das er etwas problematisch ist :) Aber Das sollte ja nicht das Problem sein, dieser Plan soll ja nur eine Hilfestellung sein. Ich übernehme keine Haftung auf die Richitgkeit der Angaben im Plan.
Die Teile...
Die Teile die ich verwenden wollte stammten von einem alten Mountainbike welches ich vor Jahren zerlegt hatte... ich brauchte so einiges, hier eine kleine Liste:
- Baustahl (40mm x 30mm x 1.5mm) für den Rahmen selber
- Baustahl (30mm x 20mm x 1.5mm) für den Hinterbau
- Baustahl (20mm x 20mm x 1.5mm) für die Gabel
- Baustahl (Platten 5mm) für ausfallenden und Gabel-teile sowie Scheibenbremsaufnahme
- 1 Rahmen davon wurde nur Steuerkopf (1 1/8" und Tretlagergehäuse verwendet)
- Blech für die Sitzfläche, ein paar Federn und Schaumstoff und Leder für das Polster
- Räder (mit Bereifung und standard Naben) Vorne habe ich 26" mit 2.1 Bereifung Hinten 24" mit 3.0 Bereifung
- Steuerersatz (Aheadset in 1 1/8") 1 1/8 Zoll (auf das maß komme ich später)
- Innenlager
- Kurbel mit Kettenblatt
- Scheibenbremsen
- Griffe
- Bremshebel
- ne menge Schrauben
- ein Schloss (für den Fake-Tank)
- 2 Ketten (wegen dem langen Radstand)
- 1 Kettenspanner (oder auch ein Schaltwerk, habe ich nicht genommen, singlespeed ist okay;))
das sollte alles gewesen sein...
Die Werkzeuge...
ich habe keine Rahmenlehre wie sie von Profis verwendet wird, so ein Teil kostet richtig viel Kohle, und selber eine bauen wollte ich dann auch nicht, also musste ich auf meinen Plan verlassen und sehr viel Messen und ausrichten...
Für den Bau selber habe ich folgende Dinge verwendet:
- Schweissgerät (mig/mag)
- eine Flex (Trennschneider) und unzählige Trennscheiben, Schruppscheiben und Schleifscheiben
- eine Standbohrmaschine und Bohrer
- Feilen (verschiedene)
- Schleifpapier (40er bis 400er Körnung)
- Hämmer
- Sägen (alles was meine Werkstatt hergibt)
- Messwerkzeuge (Zollstock, Wasserwaage, Lineal, 90° Winkel etc.)
- Körner
- Imbusschlüssel
- Schraubendreher
und und und...
Der Bau...
als erstes musste der alte Rahmen dran glauben, ich flexte das Tretlagergehäuse raus und schnitt den Steuerkopf ab, dann wurden die beiden Teile ordentlich vom alten Lack und Rost gereinigt. Das Oberrohr wurde ausgemessen und geschnitten, dann das Unterrohr (das Rohr vom Steuerkopf zum Tretlager). Die beiden Teile habe ich dann so ausgeschliffen das die beiden Teile genau zum Steuerkopf passten. Die beiden Rohre und den Steuerkopf habe ich dann auf einem Tisch befestigt und im richtigen Winkel ausgerichtet und verschweißt.
Auf dem Bild sieht man wie der Steuerkopf mit dem Ober- bzw. Unterrohr verbunden wurde. Die beiden Vierkantrohre müssen so genau wie möglich an das runde Steuerrohr angepasst werden, sonst bekommt man Probleme beim verschweissen und später mit der Haltbarkeit!
Viele Teile wurden zurechtgeschnitten und zusammengeheftet (Punktgeschweisst).
Hier sieht man wie den Rahmen nach dem Punktschweissen, im Hinterbau des Rahmens ist ein Abstandhalter (125mm) eingeschweißt damit sich da nichts verziehen kann und später das Hinterrad genau hinein passt...
Den Steuerkopf habe ich dann nochmal mit einem Gusset verstärkt, damit er auch wirklich nicht abbrechen kann...
Hier sieht man das Gusset, es ist aus 1,5mm Stahlblech und umschließt den Steuerkopf. In das Blech habe ich dann mit Hilfe eines Fein-Bohr-Fräs-Gerätes (Dremel, Proxxon) den Axxis schriftzug eingefräst, ist nicht so perfekt geworden, aber es gefällt mir, und am fertigen Chopper ist es sowieso kaum zu sehen...
Hier noch ein Bild vom Steuerkopf.
Gussets habe ich auch im Bereich des Sitzes und Innenlagers angebracht, so sollte für ausreichend Stabilität gesorgt sein.
Das Tretlagergehäuse habe ich in den Rahmen eingesetzt um ein brechen der Schweißnaht(z.b. durch kräftiges in die Pedale Treten) zu verhindern. Auf dem Bild kann man sehen wie das Teil eingesetzt wurde...
Um die Stabilität des Rahmens zu verbessern wurde auch ein Gusset im Sitzbereich angebracht.
Die Ausfallenden habe ich aus 5mm Stahl hergestellt.
Die genaue Position der Ausfallenden habe ich mit Hilfe des Hinterrads bestimmt. Das Hinterrad wurde an den ausfallenden befestigt und dann im Rahmen ausgerichtet und an der gewünschten Position verschweißt.
Warum Scheibenbremse ? Scheibenbremsen sind besser geeignet für schwere Bikes, und dieser Chopper ist schwer, serh schwer. Die Scheibenbremse hat auch den Vorteil das sie einfacher an den Rahmen zu bauen ist als eine Cantileverbremse. Wo man bei einer Cantileverbremse 2 Aufnahmen für die Bremse an die Richtigen stellen an den Rahmen schweißen muss, kann man die Scheibenbremse einfach auf einer Seite festschweißen und genau da wo man sie will...
Bei dem Chopper habe ich erstmal das Hinterrad eingebaut und dann die Scheibenbremse auf der Scheibe festgesetzt (dadurch kommt sie gerade zu Bremsscheibe) dann den Halter so angefertigt, dass die Bremse gut am Rahmen sitzt. Die Rote Dose ist übrigens mein Rücklicht, eine Elektrische Grableuchte :)
Kabelführungen habe ich aus Stahl hergestellt.
kleine Stahlstücke 20mm x 5mm x 5mm habe ich von einer Seite so eingebohrt das der Bowdenzug gut durchgeht und von der anderen Seite dann so groß aufgebohrt das der Überzug etwas versinken kann, für besser halt und Führung...
Die Gabel...
Eine Gabel für ein Fahrrad oder Motorrad herzustellen ist mit das schwierigste was man machen kann. Eine Gabel muss absolut gerade sein, sonst bekommt man Steuerprobleme, außerdem muss die Gabel das gesamte Gewicht des Fahrrades + Fahrers aushalten.
Die Idee war, eine Art Springergabel herzustellen, das ist aber kompliziert, weil eine Springergabel gefedert ist und ich wollte eine ungefederte Gabel bauen. Eine Starre Gabel ohne Feder ist einfacher herzustellen und vom Gewicht auch geringer. Diese Bauform schien mir die stabilste zu sein, auch wenn diese Gabel nicht die leichteste ist.
Für die Gabel habe ich keinen detaillierten Plan gezeichnet, zum einen wusste ich was ich wollte, zum anderen war mir nicht ganz klar wie lang die Gabel werden sollte.
Um herauszufinden wie lang die Gabelholme werden sollten, habe ich den Rahmen mit Hinterrad so ausgerichtet das er so steht wie das fertige Rad nachher auf der Straße liegen soll. dann habe ich das Vorderrad an seine spätere Position gesetzt. Nachdem ich alles ausgerichtet hatte, konnte ich alles ausmessen und die Gabelholme herstellen. Die beiden Seiten der Gabel habe ich einzeln hergestellt und dann mit Abstandhaltern (oben 2 und unten einen) verbunden.
Ausfallenden, Aufnahme für die Scheibenbremse und Kabelführungen habe ich dann genauso hergestellt wie schon am Rahmen.
Nachdem der Rahmen und Gabel Fertig gebaut waren, wurden noch einige Teile angefertigt und angepasst. z.B. Die Schutzbleche, der Sattel, der Lenker, die Lampenhalterungen und den Seitenständer etc. Hier ein paar Bilder:
Das Rad habe ich dann vormontiert um mögliche Probleme beim Aufbau auszumerzen, auch Probefahrten habe ich mit dem Bike gemacht, um zu sehen wie es sich fahren lässt und ob die Spurtreue gegeben ist. Beim Bau dachte ich immer an einen Tank, vielmehr an eine Tankimitation, die als eine art Fahrradtasche verwendet werden kann, und nun war der Zeitpunkt gekommen, wo ich mich mal darum kümmern konnte.
Der Tank
Als Tank wollte ich eine Art Sarg bauen, einen coffin-tank, wie er früher bei einigen choppern montiert war. Ich wollte allerdings einen Tank haben den nicht nur Zierrat war, er sollte eine Funktion haben, er sollte aufklappbar sein und damit platz für so manches Zeug bieten.
Der Tank ist aus Holz und Metall gebaut, den Rahmen aus Metall habe ich als erstes zusammengeschweißt, den Deckel habe ich dann nachträglich passend angefertigt, dann wurde das Schloss und die Scharniere eingebaut bzw. angeschweißt. dann habe ich Sperrholz genommen, es so gesägt das es die offenen Flächen abdecken kann, dann habe ich in den Rahmen Schrauben eingeschweißt, so dass ich später die Holzflanken von innen einsetzen und verschrauben konnte.
Das Holz habe ich dunkel gebeizt und nach dem Lackieren des Rahmens eingesetzt, verschraubt und von Außen die Übergänge mit schwarzem Silikon aus gespritzt...
Zu guter Letzt haben ich dann den Tank mit Roten Stoff ausgelegt (von innen einfach verklebt) um die Schrauben und Übergänge zu verdecken, aber hauptsächlich um den Eindruck des Sargs noch zu verstärken :)
Die Endmontage...
Nach dem spachteln, schleifen, lackieren und polieren war die Zeit für die Endmontage gekommen. Die Teile waren schnell zusammengebaut, und das einstellen der Bremsen und Ketten (ich habe 2 verwendet) ging ohne Probleme, auch der Steuersatz lies sich einfach einstellen. Alles in allem ist der Chopper so geworden wie ich mir den vorgestellt habe, und ich hoffe er gefällt euch auch :)
Zuletzt geändert am: Aug 02 2009 um 15:09
ZurückKommentare
| von Gast am Jan 15 2010 um 09:17 | |
| really nice work man | |
| Cool! | von Gast am Apr 22 2010 um 18:11 |
| Dein Chopper ist ein richtiger Augenschmauss, Super! Wie schwer ist den das Teil? |
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| Super | von Gast am Jul 26 2010 um 14:14 |
| Echt super dieses Chopper! Ich will mir auch eins bauen. wie lange braucht man für so eins und wie schwer ist es? Was hast du eigentlich für ein CAD Programm genommen? Gruß \"Big Hasi\" |
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| von Gast am Jul 26 2010 um 19:05 | |
| hi, wiegt so etwa 30 kilo. wie das CAD Programm hies weiss ich jetzt nicht... müsste Solid Edge gewesen sein... |
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